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195 Jahre Karate in Hamburg- Das Geburtstagstrio feiert sein 65stes Wiegenfest |
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Kurt Camp (3. Dan Shotokan) - Vielseitiger Traditionalist seit 43 Jahren.
Rückblick: Im Februar 1962 zerstört die große Flutkatastrophe weite Teile Hamburgs und die Beatles beginnen wenige Monate später mit der Eroberung des weltweiten Musikmarkts. Im gleichen Jahr beginnt der am 30. September 1940 im Harz geborene Kurt Camp in der Hamburger Judo-Schule Fudschi-Yama mit Karate. Kurze Zeit später wechselt er 1963 zur damals größten und bekanntesten Hamburger Judo-Schule Nippon, unter Leitung von Herbert Kranz. Damals, vor über 40 Jahren, war Karate als eigenständige Sportart gesellschaftlich noch nicht anerkannt. War lediglich ein neuer, exotisch anmutender Sport unter dem Dach des Deutschen Judo-Bundes. Als erster Karatetrainer unterrichtete Georg Sere bei Nippon, und bereits 1963 bestand Kurt die Prüfung zum Gelbgurt. 1965 kam Bundestrainer Wolfgang Ziebarth (6. Dan) als Sensei zu Nippon in die Hansestadt. Seine Art und die Ausführung der Karatetechniken haben unseren Breitensportfreferent ganz wesentlich geprägt. „Ich möchte das saubere Shotokan-Karate verbreiten und bin der Meinung, dass beim heutigen Kumite der Charakter des Karate verloren geht“. Kurts Charisma lässt eventuelle Zweifel an seiner tiefen Verbundenheit zur fernöstlichen Mentalität und dem wahren Wesen des Karate gar nicht erst aufkommen. Nicht zu letzt auch geprägt durch seine zehnjährige Tätigkeit als Tai Chi Lehrer. Jung und Alt für den hinter der Sportart Karate stehenden tieferen philosophischen Grundgedanken zu begeistern, insbesondere auch Kinder von Anfang an angemessen zu trainieren: Ansichten, denen sich der ehemals selbständige Verleger und Drucker, der seit Anfang dieses Jahres auch im DKV-Arbeitskreis für Ältere (Jukuren) mitarbeitet, verpflichtet fühlt. ![]() Am 1. Februar 2006 blickt Allroundtalent Joachim Kraatz (3. Dan Shotokan) auf 30 Jahre Ehrenamt für den Sport zurück.
Angefangen
hatte es Anfang 1976, als sich der am 5. Oktober 1940 Geborene für
Karate als seine zukünftige Sportart entschied und in den Bremerhavener
Sport-Club Grünhöfe e.V. (BSCG) eintrat. 35-jähriger Newcomer, der
schon als Kind in den Fünfzigerjahren von einem, damals noch sehr
seltenen, Zeitungsartikel über unsere Kampfkunst fasziniert war. Voller
Begeisterung für Karate nahm Joachim schon nach wenigen Tagen
interessiert an der ehrenamtlichen Vereinsarbeit teil und wurde zum 1.
Oktober 1976 offiziell zum Stellvertretenden Abteilungsleiter ernannt.
Auf die Übernahme von Ehrenämtern „programmiert” vom damaligen Cheftrainer und heutigen Geschäftsführer des Bremer Karate-Verbandes Horst Kaireit, nahm Joachim im Frühjahr 1977 die Wahl zum Abteilungsleiter seines Vereins an. Es folgte die Wahl zum Technischen Direktor der Bremer Karate-Union im September 1979 und zwei Jahre später, als nunmehr 1. Kyu, erhielt er am 14.09.1981 die DSB-Lizenz als Übungsleiter. Sportlich nachhaltig beeindruckt von Bundestrainer Günter Mohr und der ersten Danträgerin Deutschlands und Weltkampfrichterin Gudrun Hisatake, setzte Joachim alles daran, zukünftig auch als Kampfrichter ein Wörtchen mitreden zu dürfen. Die Lizenzierung zum Landeskampfrichter in der Bremer Karate-Union im Mai 1982, fünf Monate vor seinem beruflich bedingten Umzug nach Hamburg, beendete seine sportlich-ehrenamtliche Laufbahn in Bremen. Zugleich eröffneten sich neue Perspektiven in seiner neuen Heimatstadt Hamburg, seinem zukünftigen Tor zur Welt des Karate. Seit 1983 bis heute: Trainer und zugleich im Wechsel Abteilungsleiter bzw. Stellvertretender Abteilungsleiter im Verein für Leibesübungen Hamburg von 1893 e.V. Ebenfalls ab 1983 sechs Jahre lang Pressereferent und zugleich elf Jahre bis Mai 1994 Sportdirektor des Hamburger Karate-Verband e.V. Umfangreiche praktische Erfahrung gepaart mit der 1985 erteilten Lizenz zum Fachübungsleiter Karate, der Wahl zum Vizepräsidenten des HKV im Frühjahr 1989, der B-Trainer Lizenz Mitte 1989, der Lizenz zum Sound-Karate-Trainer 2003 und der Graduierung zum 3. Dan 2004. Seit dem 10.04.1995 steht Joachim Kraatz als Präsident an der Spitze des Hamburger Karate-Verbandes. Eine Aufgabe, die den einstigen Marineoffizier und engagierten Karateka bis heute körperlich jung und geistig fit hält. Uwe Hirtreuter (6. Dan Wado-Ryu) - Seefahrer im Gi und Wegbereiter etlicher Dojos „Das waren noch Zeiten, als ich 1978 auf der Sea Cloud während der 4-monatigen Überfahrt von Panama nach Deutschland unsere zehn Mann starke Karategruppe an Bord gegründet habe.“ Die Erinnerungen sprudeln nur so heraus aus dem ehemaligen Schiffsmaschinentechniker und Dritten Ingenieur, der auch den 2. Dan im Judo sowie den 1. Dan im Jiu-Jitsu und Kobu Jutsu besitzt. 1965 begann der am 18. November 1940 Geborene bei Ronny Kilz mit Karate und wurde eines der ersten Hamburger Mitglieder im noch jungen Deutsch-Japanischen Karate-Verband. Bald darauf holte Kilz einen japanischen Sensei in die Hansestadt, was dazu führte, dass Uwes Begeisterung weiter wuchs und er schließlich nach Japan reiste, um dort eine Zeitlang bei Hironori Othsuka (10. Dan) zu trainieren. Gut ausgebildet, wurde Uwe in den 70er Jahren in die deutsche Wadokai-Auswahlmannschaft berufen und stand mehrfach bei Hamburger und Deutschen Meisterschaften auf dem Siegertreppchen ganz oben. Neun Siege in neun Monaten machten ihn außerdem zum erfolgreichsten Jugendtrainer der Hamburger Karate Union e.V. in den 70er Jahren. Viele internationale Kämpfe in Spanien und Italien, zuletzt als 45-jähriger, sorgten schließlich dafür, dass Hamburgs höchst graduierter Karatelehrer auch heute noch ein gern gesehener und gut besuchter Lehrgangsleiter in beiden Ländern ist. Der 2003 zum 6. Dan graduierte Schüler von Yukata Toyama, Tatsuo Suzuki und Teruo Kono half beim Aufbau von Karatevereinen in Hamburg, Dresden, Chemnitz, Meißen, Parchim, Lübz und Rostock und schrieb vor zwei Jahren, gemeinsam mit Axel Domnick (4. Dan), ein Lehrbuch über Wado-Ryu. In Doppelfunktion ist Uwe gegenwärtig zugleich Stilrichtungsreferent Wado-Ryu im Deutschen und Hamburger Karate-Verband und hofft, dass nicht zuviel Wert auf Sportkarate gelegt und traditionelles Karate gänzlich vernachlässigt wird. Von April 2000 bis April 2005 war er Schulsportreferent in der Hansestadt und trainiert seit mittlerweile 22 Jahren die Karateka seines Vereins Oku Kai e.V. an der Otto-Hahn-Schule im Stadteil Jenfeld. Dort bietet er zusätzlich unentgeltlich seit 12 Jahren jeden Mittwoch Karate als Schulsport an. Ein Angebot, das von 30 Kindern im Alter von 6 bis 13 Jahren begeistert aufgenommen und von den Eltern sehr begrüsst wird. Wann immer es die Vorbereitung auf den 7. Dan, und die damit verbundene knappe Freizeit, zuläßt, zieht es den ehemaligen Seefahrer und passionierten Segler auf See. Werden Erinnerungen wieder wach an die Sea Cloud und die zehn Mann starke Karategruppe an Bord. Wolfgang Adamek |