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 Shuzo Imais (8. Dan) Bewegungslehre für mehr Schnelligkeit und Durchschlagskraft

Die Physik machts möglich

Mit 70 Jahren schlagkräftiger sein als ein konventionell trainierender 20-jähriger. Beim Mae Geri den Gegner förmlich wegpusten. Was heute noch wie Science Fiction klingt, kann vielleicht morgen schon Wirklichkeit sein. Oder doch der Realität sehr nahe kommen, wenn man Shuzo Imais Bewegungslehre kennengelernt und erlernt hat.   

 
Das Prinzip ist einfach und kommt aus der Physik. Parallelogramm der Kräfte heißt das Zauberwort. Als resultierende Kraft aus einer graden Vorwärtsbewegung und der zugleich nach unten gerichteten Anziehungskraft der Erde ergibt sich eine leicht nach unten gerichtete stärkere gesamte Schlagkraft, als beim ausschließlich geraden Fauststoß nach vorne.
Um die aus der Anziehungskraft resultierende stärkere


Gesamtschlagkraft allerdings erreichen zu können, muss man in den Fauststoß gewissermaßen reinfallen. In der Bewegung muss das nach vorn gehende Bein locker und beweglich bleiben, statt im Kniegelenk starr zu sein. Nur so kann die Schwerkraft wirken und der Körperschwerpunkt (Tanden) leicht nach unten sinken, mit dafür deutlich höherer Trefferwirkung. Durch das Sinken des Schwerpunkts wird man leichter und schneller.

Das gleiche Prinzip gilt auch, wenn man sich rückwärts bewegt und dabei nach vorne schlägt. Wird die andere Hand als Gegenbewegung zusätzlich ins Hikite (auch als Abwehr) gezogen, wird der Impuls nach vorne weiter erhöht und die Schlagkraft dadurch verstärkt.

Diese Bewegung nutzt das sogenannte Gai-Ryoku aus, wobei man in Japan die folgenden zwei Kräfte unterscheidet: 

1.     Nai-Ryoku (Kraft von innen = Muskelkraft) und

2.     Gai-Ryoku (Kraft von außen = Kraft durch die Ausnutzung der Erdanziehungs-kraft g = 9,81 Meter pro Sekunde²)

 

Die Schwerkraft, die uns normalerweise belastet, ist für unsere

Bewegung eine grosse Hilfe, allerdings nur in der kurzen Distanz von 2 – 3 Metern.

Um diese Kraft ausnutzen zu können, trainieren Budokas in Japan sehr hart und fleissig, damit sie auch mit zunehmendem Alter stark und schnell sein können.

 

Nicht nur bei den Fauststößen gilt das Parallelogramm der Kräfte. Das physikalische Prinzip wirkt auf gleiche Weise auch als deutlicher Verstärker des Mae Geri, sofern das vordere Bein locker und beweglich bleibt, während das hintere Bein tritt. Werden entweder der ganze Körper oder nur die Arme dabei mit hochgerissen in Form einer Abwehr oder eines Angriffs, wird man noch ein wenig leichter und schneller und steigert so seine Trefferkraft.

 

Wer sich ausführlicher mit der hinter Shuzo Imais Bewegungslehre stehenden Theorie beschäftigen möchte, dem empfehle ich seine Lehrgänge und das ausführliche 48-seitige Skript von Frank Steffen (fsteffen2@aol.com oder Telefon 0176-22391898)  „Ausarbeitung Physik in Bezug auf die Karate Theorie“.

 

Wolfgang Adamek

Fotos: Norbert Dopierala

 


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