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 Siegfried Hartl - Bundesjugendtrainer Kata Talentkader

Im Karate erkennst du dich selbst

Seit einem Vierteljahrhundert ist er leidenschaftlicher Karateka: Siegfried Hartl (5. Dan Shotokan). Der 1966 in Kötzting im Landkreis Cham gebürtige Bayer begann 1984 mit Karate und war von 1989 bis 2001 im deutschen Nationalkader. 1987 bestand der Diplom-Ingenieur Informatik die Prüfung zum 1. Dan. 2008 wurde der gemeinsam mit Schahrzad Mansouri bei Bundestrainer Efthimios Karamitsos im Judokan Frankfurt e.V. täglich trainierende Schwarzgurt zum 5. Dan graduiert. Der überaus erfolgreiche Kata-Athlet erkämpfte von 1991 bis 1998 achtmal in Folge den Titel Deutscher Meister und zusätzlich zwischen 1989 und 1998 acht erste und zwei zweite Plätze bei internationalen Meisterschaften. Die Krönung seiner sportlichen Laufbahn war der 1. Platz in der Disziplin Kata Einzel und Kata Team beim Shotokan Worldcup 1997 in Los Angeles. Seit 1997 arbeitet Siegfried hauptberuflich als Bundesjugendtrainer für das Talentkader Kata Jugend (14-17 Jahre) und nebenbei noch als selbständiger Informatiker. Lesen Sie jetzt die interessanten Ansichten eines aussergewöhnlichen Karatemeisters und sehr sympathischen Lehrgangsleiters.

Wie hast du als Achtzehnjähriger Karate als deine Sportart entdeckt?

Natürlich durch Kinofilme mit Bruce Lee. Ich war schon immer fasziniert von Kampfsportarten.

Was fasziniert Dich besonders an Karate?

Für mich bietet Karate ein breites Spektrum an Bewegung und Körperbeherrschung. Nach 25 Jahren gibt es immer noch Ziele und Leidenschaft für mein eigenes Training. Im Karate erkennst du dich selbst.

Du arbeitest seit zwölf Jahren als Bundesjugendtrainer Kata Talentkader. Wie verlief der Weg dorthin?

In den ersten Jahren als Bundesjugendtrainer war ich selber noch aktiver Wettkämpfer in der Nationalmannschaft des DKV und konnte so unmittelbar meine Erfahrungen an die jungen Sportler weitergeben. Aber auch nach meiner aktiven Zeit habe ich immer noch eine enge Bindung zum Wettkampf. Darüber hinaus besteht eine sehr enge Zusammenarbeit sowohl nach unten hin zum Schülerbereich mit BJT Schahrzad Mansouri, als auch nach oben hin zum Junioren- und Seniorenbereich mit BT Efthimios Karamitsos.
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Wo liegen Deine Schwerpunkte im Karate?

Ich orientiere mich immer an der Gruppe und deren Leistungsstand. Beim Breitensport versuche ich mit einem breitgefächerten Training möglichst viele  Aspekte des Karate abzudecken. Beim Leistungssport hingegen ist das Training gezielt auf den Wettkampf hin ausgerichtet. Dies bedeutet auch zusätzliches Fitness- und Athletiktraining. 

Welche Eigenschaften schätzt Du an Deinen Schülerinnen und Schülern?

Fleiß, Respekt und Treue. 

Wie motivierst Du als Trainer Deine Schülerinnen und Schüler zu Höchstleistungen?

Ich denke es ist wichtig ihre Stärken zu fördern, aber gleichzeitig gezielt an ihren Schwächen zu arbeiten. Ebenso ist es wichtig, auch im Training ein Vorbild für sie zu sein.

Wie sieht Dein eigenes Trainingspensum in der Woche aus?

Mein Training setzt sich in der Woche aus 4 - 5 x Karate, 1 - 2 x Krafttraining und zusätzlichem Ausdauertraining zusammen.

Welche sportlichen Ziele möchtest Du im Karate noch erreichen?

Da ich keinen Wettkampf mehr betreibe, liegen meine Ziele mehr im Trainerbereich.Mich in meiner Arbeit als Trainer noch zu verbessern und gute Nachwuchsarbeit für den DKV zu leisten.

Was gefällt Dir an Menschen im Allgemeinen und was verärgert Dich?

Mir gefallen Loyalität, Zuverlässigkeit und gute Freundschaft. Unehrlichkeit und fehlende Selbsteinschätzung gefällt mir nicht.

Neben Stärken besitzt jeder Mensch auch Schwächen. Siehst Du irgendwelchen Veränderungsbedarf bei Dir?

Das bleibt mein Geheimnis…

Wenn Du Dein Leben noch einmal neu beginnen könntest, würde es anders aussehen?

Ich würde alles wieder genauso machen!

Welchen Ratschlag möchtest Du jungen Menschen für ihren Lebensweg mitgeben?

Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen: Verfolgt ein Ziel und arbeitet hart dafür. Steht auch nach einer Niederlage wieder auf.

Herzlichen Dank für das interessante Gespräch.

 
Wolfgang Adamek

Fotos: Norbert Dopierala

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