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Shuzo Imai - 8. Dan Wado Ryu
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Shuzo Imai wird 1945 in Aomori im Norden Japans geboren und fängt als 13-jähriger 1958 mit Judo an. Nach dem anschließenden Beginn mit der japanischen Bogenschießkunst Kyudo 1961 entdeckt Shuzo 1964 als Student an der Universität Hokkaido in Sapporo Karate als seine zukünftige Sportart. 1970 kommt der 25-jährige Diplom-Pädagoge als 2. Dan nach Deutschland, um in Uwe Hirtreuters Hamburger Verein Wado Kan zusammen mit Teruo Kono zu trainieren. Er wird Co-Trainer bei Sensei Kono, trainiert zusätzlich noch 3 Jahre Shotokan im Hamburger Juka Dojo und arbeitet neben seinem 5-semestrigen BWL-Studium an der Universität Hamburg eine Zeit lang als Shotokan-Trainer beim Hamburger Uni Dojo, der Betriebssportgemeinschaft Lufthansa und zwei weiteren Vereinen. 1977 zieht
Sensei Imai nach Düsseldorf, wo ihm ein Arbeitsplatz als Speditionskaufmann in
einer dort ansässigen japanischen Firma angeboten wird. Gleichzeitig fängt
Shuzo an, neben Karate noch Aikido zu trainieren. Im Juni 2010 geht er,
65-jährig, in den Ruhestand. Heute lebt er in Meerbusch bei Düsseldorf. |
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Wie bist Du zum Karate als
Deine Sportart gekommen? Es gab
damals viel Streit in Japan. Ich wollte mich als Jugendlicher selber
verteidigen können und auch anderen helfen. Nachdem ich zuvor mit Judo und dem
japanischen Bogenschießen Kyudo begonnen hatte, merkte ich 1964, dass meine
sportliche Zukunft Karate heisst.
Karate
bedeutet lebenslanges Lernen. Man ist nie perfekt. Karate ist zugleich
Körperbeherrschung, was die älteren Meister besser beherrschen als die jüngeren
Meister.
Mein
Schwerpunkt liegt eindeutig im Entspannungstraining. Zudem habe ich ein völlig neuartiges
Verfahren entwickelt, das die Schwerkraft ausnutzt. Hiernach können sich alle Karateka
gleich schnell bewegen und verteidigen, unabhängig von ihrem Alter. Durch die
Entspannungsmethode (Ausnutzen der Schwerkraft) bin ich mit 60 Jahren viel
schneller geworden als zuvor. Hinsichtlich der Schnelligkeit und Beweglichkeit
haben ältere Karateka noch große Entwicklungsmöglichkeiten. Beim japanischen
Budo, ob Karate, Kendo oder Aikido beispielsweise, ist es möglich, dass die
Älteren schneller und stärker sein können als junge Leute. Das unterscheidet
Budo von Sport. |
Wie motivierst Du Deine Karateka
zu Höchstleistungen? Ich bin
sehr hoch motiviert und sehe immer wieder, dass sich meine Motivation auch auf
meine Schülerinnen und Schüler, und ganz besonders auf ältere Karateka,
überträgt.
Bis zu meinem 80.
Lebensjahr möchte ich fit bleiben und sportlich noch weiter vorankommen. Ich
möchte meine Entspannungstheorie vorerst auf Bundesebene vorstellen und später
vielleicht europaweit bekannt machen. |
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Welche Hobbies hast Du ausser
Karate noch? Ich lese
sehr gerne und spiele Flöte auf meiner Shakuhachi, der oben schon erwähnten
Bambusflöte. Auch spiele ich gerne Go. Welche Charaktereigenschaften
schätzt Du am meisten, und was gefällt Dir gar nicht? Toleranz allen Mitmenschen gegenüber ist ganz wichtig im Leben. Aber auch Geduld, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit. Was unterscheidet das in Japan
praktizierte Wado Ryu Karate von dem Wado Ryu Karate, wie es in Deutschland
ausgeübt wird? In Japan
wird mehr Wert auf Kihon gelegt. Es geht dort traditioneller zu, als in
Deutschland. Wer das bessere Kihon hat, kommt weiter voran. |
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In Deutschland gibt es
verschiedene konkurrierende Strömungen des Wado Karate. Wird an einer Einigung
speziell bei Dan-Prüfungen gearbeitet? Die
Dan-Prüfungen sind längst einheitlich für alle Wado Karate Stile. Karate ist
vielschichtig und besteht aus verschiedenen Bereichen. In jungen Jahren ist das
Wettkampfkarate ein wichtiger Teil. Allerdings sollten die Senseis ihre
Schützlinge auf den richtigen Weg führen, also hin zum traditionellen Karate,
sobald ihre Schüler die aktive Wettkampfzeit beendet haben. In Japan
ist Karate seit über 100 Jahren bekannt und als Budo akzeptiert. Japaner
interessieren sich wesentlich mehr für Budo als Deutsche, und man kann es an
vielen Gymnasien, Hochschulen und Universitäten lernen. Im Gegensatz zu
Deutschland werden die großen Wettkämpfe und Meisterschaften im Fernsehen übertragen.
Auch genießen die Trainer in Japan mehr Respekt. Hierzulande müsste der
Gesundheitsaspekt von Karate stärker hervorgehoben werden, denn Karate ist auch
im fortgeschrittenen Alter noch ein gesunder Sport. |
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Welchen Ratschlag möchtest Du jungen Menschen mit auf ihren Lebensweg geben? |
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Wolfgang Adamek Fotos: Norbert Dopierala |
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