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 Efthimios Karamitsos (6. Dan) - Bundestrainer Kata

Die Ästhetik der Bewegung im Karate fasziniert mich
Kaum neunzehn Jahre alt, begann der am 1. August 1956 in Griechenland Geborene 1975 ein Medizinstudium in Italien, wo er zeitgleich Karate als seine Sportart entdeckte und unter anderem bei Sensei Shirai trainierte. Bevor er 1977 nach Deutschland kam, um in Frankfurt am Main Sportwissenschaft zu studieren, absolvierte der ehemalige italienische Landesmeister im gleichen Jahr noch seine Prüfung zum 1. Dan Shotokan bei Shirai. In Deutschland angekommen, trainierte er bei den japanischen Meistern Mura und Ochi weiter. Während seiner aktiven Zeit als Wettkämpfer wurde Sensei Karamitsos achtmal Deutscher Meister, sechsmal Europameister und erkämpfte zweimal den dritten Platz bei einer Weltmeisterschaft in der Disziplin Kata Einzel. Der Diplomtrainer mit Magisterabschluss in Sportwissenschaft leitet das von ihm vor mehr als 30 Jahren gegründete Budocenter SC Judokan Frankfurt, welches zugleich der einzige Bundesstützpunkt in Deutschland ist. Bereits 1988 erhielt Efthimios vom damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker die höchste deutsche Auszeichnung für sportliche Leistungen - das Silberne Lorbeerblatt. Der seit langem überaus beliebte Lehrgangsleiter schrieb ein Buch über die Grundlagen des Karate und produzierte vier DVDs. Eine davon enthält die 26 Shotokan Kata und zwei stellen das zu verschiedenen höheren Kata gehörige Bunkai in anschaulichen Lernschritten dar. Lernen Sie jetzt einen der beliebtesten Sensei näher kennen, dessen Name nicht zuletzt durch seine Veröffentlichungen untrennbar mit Karate in Deutschland verbunden bleiben wird.
Wie hast Du als Neunzehnjähriger Karate als Sportart für Dich entdeckt?
Ich bin zum Karate ähnlich wie viele andere gekommen: durch Filme, die in den 1970er und 1980er Jahren die Welt eroberten.


Du arbeitest seit 1992 als Bundestrainer Kata. Wie verlief der Weg dorthin?

Der Weg war spannend, schwierig und so nicht kalkulierbar.


Welche Eigenschaften schätzt Du an Deinen Schülerinnen und Schülern?
Disziplin, Ehrgeiz und Begeisterungsfähigkeit.

Wie motivierst Du als Trainer Deine Schülerinnen und Schüler zu Höchstleistungen?

Ich erkenne ihre Stärken an und arbeite mit ihnen an ihren Defiziten.

Wo liegen Deine Schwerpunkte im Karate?
In der methodischen Vielfalt und in der Vermittlung von Begeisterung für tägliches Training.

Hast Du Dir schon Gedanken darüber gemacht, ob, und wenn ja in welcher Weise, Du mit Deinem Wissen und Können die Deutsche Dan-Akademie e.V. bereichern kannst?
Ich beteilige mich an der Ausbildung und werde mich noch stärker engagieren, wenn es meine Termine als Bundestrainer erlauben.

Wie sieht Dein Trainingspensum innerhalb der Woche aus?
Tägliches Karatetraining kombiniert mit Kraft- und Sprinttraining. Wie wir wissen, braucht man umso mehr Training, je älter man wird.

Welche Ziele möchtest Du im Karate noch erreichen?
Weitere Platzierungen auf der EM und WM zu erreichen und Top-Athleten auszubilden, die sowohl durch ihre karatespezifischen Fähigkeiten als auch durch ihre Persönlichkeiten überzeugen.

Was schätzt Du an Menschen besonders, und was irritiert oder verärgert Dich?
Verlässlichkeit, Herz und mehr „Sein als Schein“.

Neben Stärken hat jeder Mensch auch Schwächen. Siehst Du Veränderungsbedarf bei Dir?
Ich versuche täglich, mich zu überprüfen und mit den Werten des Karate zu vergleichen.

Welche Hobbys betreibst Du?

Ich bin gefangen in der Welt des Karate und habe für andere Hobbys wenig Zeit.

Wenn Du das Rad der Geschichte zurück drehen könntest, was würdest Du in Deinem Leben anders machen?
Klar gibt es manche Entscheidungen, die nicht optimal waren, aber im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden und würde nicht anders handeln.

Welchen Ratschlag möchtest Du jungen Menschen für ihren Lebensweg mitgeben?
Erkenne Dein wahres Ziel und versuche, Dich nicht davon abbringen zu lassen.
Herzlichen Dank für das aufschlussreiche Gespräch.

Wolfgang Adamek                                                                           
Fotos: Norbert Dopierala

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