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- Ansichten eines Selbstverteidigungsspezialisten
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Siegfried
Wolf (7. Dan Shotokan) war in den 1970er Jahren Mitglied im deutschen
Nationalkader und ein sehr erfolgreicher Kumitekämpfer. Der A-Trainer,
der in zwei Mannheimer Vereinen Training und deutschlandweit Lehrgänge
gibt, war Vizeweltmeister Kumite von 1977 und außerdem mehrfacher
Internationaler und Deutscher Meister. Er betreibt Karate seit 1969 und
mehrere seiner Schüler waren in der Vergangenheit auf Europa- und
Weltmeisterschaften erfolgreich. Siegfried Wolf wurde vor kurzem vom
Deutschen Karate Verband e.V. damit beauftragt, zusammen mit Jürgen
Kestner Selbstverteidigung stärker zu fördern. Freunde des 1954
geborenen Diplom-Sportpädagogen und Diplom-Betriebswirts sind
Partikuliere (Binnenschiffer) auf dem Rhein. Daher war es naheliegend,
dass auch Siegfried das Große Patent machte und das seinen Freunden
gehörende Motorschiff gelegentlich selber von Basel nach Rotterdam
steuert. Dem Wasser eng verbunden, zieht es den beliebten
Baden-Württemberger daher auch immer wieder an die Küste. Hamburg hat
eben Flair - die Stadt und der Hafen. Lernen Sie jetzt den Präsident
des Karate Verband Baden-Württemberg e.V. näher kennen, für den Karate
längst zum Lebensweg geworden ist.
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Wie bist Du zum Karate als Deine Sportart gekommen?
In der Jugend betrieb ich zuerst 3 Jahre Judo bis zum 1. Kyu und wurde dann von meinem Sportkamerad Richard Scherer (damals 1. Dan Judo) einmal zum Karate mitgenommen. Der Zusammenhalt und die Freundschaft untereinander in der damaligen Karategruppe begeisterten mich sehr, so dass ich anschließend dabei blieb. Wer waren Deine Trainer? Meine Trainer waren Richard Scherer, einer der erfolgreichsten deutschen Karatekämpfer, der leider viel zu früh verstarb und seit 1971 auch der Franzose Gilbert Gruss, ein Ausnahme-Athlet und Karatelegende. Beiden habe ich sehr viel zu verdanken. |
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| Was fasziniert Dich besonders an Karate? Karate ist so vielfältig, trainiert Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Konzentration. Diese Bandbreite finde ich faszinierend. Welche Hobbys betreibst Du? Mich interessiert Kampfkunst im Allgemeinen, Karate im Besonderen und des Weiteren ist die Schifffahrt meine große Leidenschaft. Einerlei, ob See- oder Binnenschifffahrt. Da ich das Große Patent besitze, steuere ich manchmal auch selber das Schiff meiner Freunde den Rhein herunter von Basel nach Rotterdam. Welche Charaktereigenschaften schätzt Du an Menschen, und was verärgert Dich? Gradlinigkeit, Offenheit, Ehrlichkeit, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit sind mir sehr wichtig. Entsprechend ärgere ich mich über gegenteiliges Verhalten. Neben Stärken besitzt jeder Mensch auch Schwächen. Siehst Du Veränderungsbedarf bei Dir? Nobody is perfect. Ich bin aber immer dankbar für konstruktive Kritik. |
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Wie motivierst Du als Trainer Deine Schüler/innen? Durch eine kameradschaftliche, respektvolle Umgehensweise, ohne dabei selber arrogant zu wirken, versuche ich, meine Schülerinnen und Schüler bestmöglich zu motivieren. Wo liegt Dein Schwerpunkt im Karate? Ich war und bin ein Kumite-Mann, habe mich aber seit langem auf Selbstverteidigung spezialisiert. Welche Ziele möchtest Du im Karate noch erreichen? Ich möchte zum einen durch das Lehren der Selbstverteidigung möglichst vielen Karateka mehr Selbstsicherheit geben und zum anderen möchte ich sie in die Lage versetzen, ihre erworbenen Fähigkeiten im Ernstfall auch wirksam umsetzen zu können. Auf welche Weise kann Deiner Meinung nach das Interesse an unserer Kampfkunst in Deutschland gesteigert werden? In Baden-Württemberg haben wir ein Pilotprojekt gestartet und bringen neben Sound-Karate in Kooperation mit der Polizei auch Gewaltschutztrainer in die Schulen. So wird das Interesse an Karate schon früh geweckt und zugleich der Gewalt vorgebeugt. Wenn Du das Rad der Zeit zurück drehen könntest, was würdest Du in Deinem Leben anders machen? Bis auf ganz wenige Dinge würde ich nichts anders machen. Ich bin mit meinem Leben rundum zufrieden, so wie es bisher verlaufen ist. |
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Welchen Ratschlag möchtest Du jungen Menschen für ihren Lebensweg mitgeben?
Lernt und verfolgt eure Ziele im Leben, vergesst aber auch den Sport und die Fairness nicht. Bei allem sportlichen Erfolg sollte im Leben eines jeden jungen Menschen auch der Erwerb sozialer Kompetenzen eine wichtige Rolle spielen. Wolfgang Adamek |
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| Fotos: Frank Kulick | |